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Bei Krampfadern drohen gefährliche Thrombosen

06.03.2018

Rechtzeitige Thrombose-Behandlung

Prof. Dr. Dr. med. Ralf. U. Peter´, Ärztlicher- und Verwaltungsdirektor der Capio Blausteinklinik

Blaustein. Die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung weist Veränderungen unterschiedlichen Ausmaßes an den Venen auf. Wer Krampfadern hat, der hat auch ein vielfach erhöhtes Thromboserisiko, denn sie beginnen häufig mit kleinen Blutgerinnseln in den Beinen. Eine aktuelle chinesische Studie an über 420.000 Patienten hat jetzt den unmittelbaren Zusammenhang zwischen Krampfadern und späteren Venenthrombosen hergestellt: Patienten mit Krampfadern hatten ein 5-fach erhöhtes Risiko, eine tiefe Venenthrombose zu bekommen, als Patienten ohne Krampfadern. Sie bekamen auch signifikant häufiger eine Lungenembolie und eine periphere arterielle  Verschlusskrankheit.

Das Team um Mediziner Pei-Chun Chen (Chinesische medizinische Universität Tai-chung) schließt daraus, dass Krampfadern Anzeichen eines geschädigten Gefäßsystems mit erhöhter Entzündungsbereitschaft sind und das Risiko von Thrombosen fördern. Auch an der Universität Heidelberg gab es vor einigen Jahren eine Analyse, die zu ähnlichen Ergebnissen kam: Ein Team um Uwe Müller-Brühl hatte herausgefunden, dass Patienten mit Krampfadern der Beinvenen später sieben Mal häufiger an einer tiefen Beinvenenthrombose erkrankten, als Menschen ohne Krampfadern. Besonders gefährdet waren Patienten, die an Krebs litten, kürzlich im Krankenhaus behandelt wurden oder schon einmal an einer tiefen Beinvenenthrombose erkrankt waren.

„Eine Aufklärung der Bevölkerung für diese Gefahren sowie eine umfassende Versorgung können Leben retten. Die beste Vorsorge besteht darin, dass man sich regelmäßig bewegt und bei Krampfadern oder Symptomen einen Venenspezialisten (Phlebologen) aufsucht. Darum beteiligen wir uns auch regelmäßig am Deutschen Venentag der Deutschen Venen-Liga e.V., der am 21. April 2018 stattfindet“, sagt Prof. Dr. med. Ralf U. Peter, Ärztlicher- und Verwaltungsdirektor der Capio Blausteinklinik.

Folgende Symptome können auf eine Thrombose hinweisen:

  • Muskelkaterartige Wadenschmerzen
  • Zunahme der Beschwerden im Stehen, Besserung im Liegen
  • Vermehrte Venenzeichnung der Oberflächenvenen
  • Überwärmung und Fieber
  • gespannte Glanzhaut
  • Wadendruckschmerz
  • Wadenschmerzen beim Fußstrecken (Hohmann - Zeichen)
  • Fußsohlenschmerz beim Druck auf die innerer Fußsohle (Payr-Zeichen)
  • Erhöhung der Entzündungswerte im Blut

Am 13. Oktober 2018 findet darüber hinaus zum 5. Mal der Welt-Thrombose-Tag statt. Internationale und nationale Fachgesellschaften wollen die Bevölkerung über die Erkrankung, ihre Entstehung, die Risikofaktoren, die Symptome und Vorbeugungsmaßnahmen informieren.