Diagnostik und Behandlung von Hämorrhoiden

Das Behandlungsspektrum des Zentrums erstreckt sich vor allem auf die konservative, aber auch operative Versorgung von Hämorrhoiden unterschiedlicher Schweregrade, unkomplizierte Analfisteln, Analfissuren und Sinus pilonidales.

Veränderungen der Haut der Perianalregion weisen nicht selten auch differentialdiagnostische Schwierigkeiten – von der Schuppenflechte über nahrungsmittelallergisch bedingte Analekzeme bis zum schwarzen Hautkrebs – auf, die im Rahmen unserer interdisziplinären dermatologischen-chirurgischen Zusammenarbeit im Gefäß- und Hautzentrum kompetent angegangen werden können. Aufgrund der kurzen Wege und der damit verbundenen Möglichkeit einer schnellen ärztlichen Kommunikation können Patienten bereits bei der Erstvorstellung fachübergreifend beraten werden.

Vor einer proktologischen Diagnostik, also einer Untersuchung des Enddarms, sollte der Patient abgeführt haben; der Untersuchungstermin ist zunächst ambulant. In diesem Rahmen können auch kleinere Maßnahmen wie die Abtragung von Marisken (Analhautfalten) oder die Behandlung kleinerer Hämorrhoiden mittels Gummibandligatur nach Barron oder eine Sklerosierung (Verödung) erfolgen. Perianale Venenthrombosen können ebenfalls ambulant in Lokalanästhesie, bei großen Befunden auch in Spinalanästhesie, chirurgisch abgetragen werden.

Bei einem kleinen Hämorrhoidalknoten bietet sich eine Verödung, Unterspritzung oder Gummibandligatur an. Dabei achten wir auf eine äußerst schonende Behandlung.

Auch bei fortgeschrittenen Hämorrhoidalknoten haben wir die Wahl aus den unterschiedlichsten Therapiemöglichkeiten (Operation nach Parks und Longo, und komplexere, rekonstruktive Methoden, die unter diversen Anästhesiearten durchgeführt werden.


Bei ausgeprägten Befunden, die konservativ nicht mehr in den Griff zu bekommen sind, erhält der Patient einen stationären Behandlungstermin und muss ca. zwei bis drei Tage für den stationären Aufenthalt einplanen. Unser freundliches Team hilft über die ersten, nicht immer leichten, Tage kompetent hinweg. Es ist mit den speziellen Problemen der Patienten - oft auch seelisch über mehrere Jahre belastenden Leiden - bestens vertraut.

Zur postoperativen Schmerzausschaltung steht ein bewährter Behandlungsablauf mit der kontrollierten Anwendung intravenöser und oraler Schmerzmittel zur Verfügung.

Zehn Tage und etwa vier Wochen postoperativ werden ambulante Kontrollen in der Praxis durchgeführt: Anfangs um die Wundheilung zu inspizieren, später, um das endgültige Ergebnis zu evaluieren. Um einer narbigen Verengung des Analkanals vorzubeugen, ist ggf. ab dem 10. Tag die Anwendung eines Analdehners erforderlich, in dessen Gebrauch die Patienten vom Arzt eingewiesen werden.

Insgesamt stellt die operative Behandlung von Enddarmleiden für den Patienten unter Umständen eine erhebliche Belastung dar. Hier muss eine ehrliche Aufklärung über etwaige Unannehmlichkeiten erfolgen, um dem Betroffenen klarzumachen, dass sich erst im Intervall der Erfolg der Operation einstellen wird.

Schwerwiegendere Erkrankungen des unteren Dickdarms und des Analtrakts, wie z. B. komplexe Inkontinenzzustände oder maligne Erkrankungen werden in der Blausteinklinik nicht behandelt. Hier können wir auf hervorragende und zuverlässige Kooperationspartner zurückgreifen.


Typische Anzeichen bei Hämorrhoiden

  • Juckreiz
  • Nässen
  • Blutungen
  • Druckgefühl und Stuhldrang
  • Unvollständige Stuhlentleerung
  • Probleme bei der Analhygiene
  • Schmerzen